Unabhängige BaZ
Sehr geehrte Sozialpartner, Herr Tettamanti und Herr Wagner
 
Offener Brief vom 9. Februar 2010
Das unterzeichnete Schreiben finden Sie als PDF hier:
impressumOffenerBrief.pdf

Unabhängige BaZ

Sehr geehrte Sozialpartner, Herr Tettamanti und Herr Wagner

Mit Genugtuung haben wir davon Kenntnis erhalten, dass mit Ihrem Kauf der Basler Zeitung Medien die BaZ von den grossen Verlagshäusern unabhängig bleibt. Wir sind sehr beruhigt über Ihre verbindliche Zusage, dass kein weiterer Abbau von redaktionellen Stellen geplant sei. Besonders erfreut sind wir über Ihr Bekenntnis zur journalistischen Unabhängigkeit. Es gehört zu den obersten Prioritäten des Pressevereins beider Basel und von impressum, die journalistische Qualität zu fördern, und dazu gehört in erster Linie die Verteidigung der Unabhängigkeit.

Die freien Journalistinnen und Journalisten sowie Fotografinnen und Fotografen sind ein wichtiger Teil jeder unabhängigen Redaktion. Durch ihre Distanz zum Medienunternehmen garantieren sie die Unabhängigkeit des Mediums und demonstrieren diese dem Publikum. Die Unabhängigkeit der freien Medienschaffenden ist aber von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig.

Diese Rahmenbedingungen sind bei den freien Mitarbeitenden der BaZ aus dem Gleichgewicht geraten. Einerseits führt die Krise zu einer härteren Konkurrenz auf dem Markt der Freien. Zusätzlich drängten die ehemaligen Entscheidträger der BaZ ihren Freien seit einigen Monaten auch Verträge auf, die ihnen ein wichtiges Standbein ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit rauben, nämlich die Möglichkeit auf die mehrfache Verwertung ihrer Arbeit. Die Freien sollen der BaZ zugestehen, dass diese ihre Werke praktisch uneingeschränkt weitergeben oder austauschen darf, und dies ohne zusätzliche Entschädigung. Diese Praxis ist unvereinbar mit den branchenüblichen Arbeitsbedingungen und widerspricht auch den einschlägigen Empfehlungen des Verbandes Schweizer Presse, in dem die Basler Zeitung Medien durch ihren bisherigen Verleger Dr. M. Hagemann im Präsidium vertreten sind. Durch diese Abtretung verlieren die Freien ihre Möglichkeit der Zusammenarbeit mit anderen Medien der Region. Ausserdem werden sie in einer Weise an die BaZ gebunden, die mit der Unabhängigkeit der Journalisten nicht vereinbar ist und die damit auch die Glaubwürdigkeit des Mediums in Frage stellt.

Wir fordern Sie deshalb auf, diese Strategie der BaZ Redaktion kritisch zu überprüfen und die entsprechenden Verträge aufzulösen.

Mit freundlichen Grüssen,

impressum, die Schweizer Journalistinnen
Urs Thalmann, Geschäftsführer

Presseverein beider Basel pvbb
Stéphanie Erni, Co-Präsidentin
 
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