Die BaZ droht zum Tamedia-Kopfblatt zu werden

„Basler Zeitung“ - politisierte Kommentare oder Zürcher Einheitsbrei und Stellenverluste? So oder so: Basel hat mehr verdient. Der offenbar bevorstehende Verkauf der „Basler Zeitung“ (BaZ) an Tamedia birgt neue Gefahren. impressum – die grösste Schweizer Organisation von Journalistinnen und Journalisten setzt sich auch in Basel für den Erhalt der Medienvielfalt und der journalistischen Arbeitsplätze ein.

 

Sollte sich der Verkauf bestätigen, über dessen Wahrscheinlichkeit der Chefredaktor Markus Somm die Ressorts informell informiert hat, steht zu befürchten, dass auch die „BaZ“ wie schon der „Bund“ und die „Berner Zeitung“ zu Kopfblättern würden. Die in Basel ansässige Redaktion dürfte auf das Ressort für Lokales reduziert werden, und alle übrigen Inhalte würden dann aus der Tamedia-Zentralredaktion in Zürich bezogen. Das ist die Strategie, die Tamedia mit ihren Regionalzeitungen fährt, wie insbesondere dem „Bund“, der „Berner Zeitung“ oder der „Tribune de Genève“ (mit Zentralredaktion in Lausanne).

 

Zwar würde die Übernahme durch Tamedia die problematische einseitige Politisierung der BaZ wohl rückgängig machen. Dafür ist impressum besorgt über den möglichen Verlust der redaktionellen Selbständigkeit der „Basler Zeitung.“ Die BaZ ist seit 2010 nicht mehr im traditionellen Basler Familienbesitz. Auch Christoph Blocher besitzt nun Anteile am Unternehmen, was spürbare Konsequenzen hat. Nachdem die BaZ 1976 aus der Fusion der „National Zeitung“ und der „Basler Nachrichten“ hervorgegangen war, nahm sie als ausgewogene Formuszeitung eine Pionierrolle ein. Mit den Besitzerwechseln seit 2010 kommt nun aber eine stark rechtsbürgerliche Positionierung der Zeitung besonders häufig in Kommentaren des Chefredaktors Markus Somm zum Ausdruck. Ebenfalls wurde die BaZ-Redaktion bereits mehreren Sparrunden unterzogen, die etliche Arbeitsplätze gekostet haben. Mit der möglichen Übernahme durch Tamedia droht nun, dass die BaZ zum Kopfblatt der Tamedia-Zentralredaktion wird, was auf der Basler Redaktion etliche Arbeitsplätze kosten und die Informationsvielfalt weiter einschränken dürfte. Diese neue Situation würde darum ebenfalls gravierende Gefahren mit sich bringen.

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