Rund 2000 Medienschaffende aller Gattungen haben heute Abend auf dem Bundesplatz Bern ein starkes Zeichen gegen die Verarmung der Medienvielfalt in der ganzen Schweiz gesetzt. Neben der Deutschschweizer Vertretung beteiligte sich auch eine Westschweizer Delegation. Mit der Protestaktion wollten sie die Öffentlichkeit aufrütteln und auf den medialen Einheitsbrei aufmerksam machen, der durch die verheerenden Sparprogramme droht oder bereits Realität geworden ist. Unterstützung erhielten sie dabei von der regionalen und nationalen Politik aller Couleur.

Verheerende Sparprogramme und ein massiver Stellenabbau bedrohen die Medien- und Meinungsvielfalt in der Schweiz: Tamedia hat infolge der Zentralisierung der überregionalen Berichterstattung in Zürich die Redaktionen des «Bund» und der «Berner Zeitung» ausgedünnt. Die SRG will das Radiostudio Bern nach Zürich verschieben – nur noch das Regionaljournal und die Bundeshausredaktion würden in Bern bleiben. Bereits im Frühjahr haben die Medienunternehmen die grösste Massenentlassung der Schweiz bei der SDA vollzogen. In der Suisse Romande hat Tamedia die Tageszeitung «Le Matin» eingestellt.

Die Medienschaffenden solidarisieren sich
Mit der Zentralisierung aller überregionalen Ressorts in Zürich – sei dies bei den Zeitungsverlagen oder bei der SRG - verliert nicht nur der Medienplatz Bern an Bedeutung, sondern das ganze Land die Meinungs- und Medienvielfalt. Deshalb forderten alle anwesenden Medienschaffenden solidarisch - gemeinsam mit ihren LeserInnen und HörerInnen, dass

  • die Abteilung Information von Radio SRF in Bern bleiben muss
  • die Berichterstattung in den Regionen bleiben muss
  • gute, durch Gesamtarbeitsverträge geschützte Arbeitsbedingungen garantiert werden sollen
  • die Politik Massnahmen für den Erhalt der medialen Vielfalt in der Schweiz trifft

Unterstützt wurde die Protestation von dem Berufsverband impressum und den Gewerkschaften syndicom, SSM (Schweizerisches Syndikat Medienschaffender).

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