«Wir Journalisten aus dem ganzen Land brauchen eine starke SRG»

Wir könnten Ihnen sagen, dass dies eine Tür für Desinformation öffnen würde, eine beunruhigende Verarmung der Schweizer Medienlandschaft, eine Spaltung des Landes und seiner vier Sprachregionen. Aber auch, dass eine Senkung der SRG-Gebühren einen schrecklichen Angriff auf den Journalismus darstellen würde. All das ist wahr. Und aus all diesen Gründen lehnt impressum, der grösste Journalistenverband der Schweiz, dessen Co-Präsidenten wir sind, die Initiative «200 Franken sind genug» entschieden ab.

[Übersetzt mit Deepl.com – Originalversion auf Französisch]

Aber wir möchten Ihnen auch unsere Erfahrungen aus der Praxis mitteilen. Die Erfahrungen zweier Lokaljournalistinnen, die über das Verschwinden von Nachbarschaftsläden geschrieben, Porträts regionaler Persönlichkeiten gezeichnet, Missstände in einer kleinen Gemeinde aufgedeckt haben, in die sich nur wenige investigative Journalisten wagen, und Gerüchte widerlegt haben. All diese Geschichten, die das Leben eines Dorfes, einer Stadt, einer Gemeinschaft ausmachen.
In der Schweiz werden diese Geschichten auf Französisch, Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch erzählt. Diese Mehrsprachigkeit macht die Besonderheit unseres winzigen Landstrichs aus. Sie belastet jedoch das Budget der SRG erheblich, da sie etwa 40 % ihrer Kosten ausmacht. Unser nationales öffentlich-rechtliches Medium ist übrigens das einzige weltweit, das Programme in vier Sprachen und vier Kulturregionen anbietet.
Was uns mit dieser Initiative droht, ist das schlichte Verschwinden eines Teils dieser Informationen, die uns über unseren unmittelbaren Kreis hinaus verbinden und es uns ermöglichen, das Zusammenleben zu pflegen. Was uns bedroht, ist die schlichte Zerschlagung eines öffentlichen Dienstes, der uns zu einer echten Gemeinschaft macht. Das erinnert uns an das Beispiel der Postämter: Als Journalisten haben wir genug über dieses Thema geschrieben, um zu wissen, dass mit jeder Schließung eines Postamtes ein Teil der Seele einer Region verloren geht.
Man wird uns vielleicht entgegenhalten, dass andere Medien die Arbeit in den von der SRG verlassenen Regionen übernehmen werden. Darauf antworten wir, dass wir uns ergänzen. Und dass wir eine vielfältige Medienlandschaft brauchen, um Sie bestmöglich zu informieren. Es stimmt, wir haben nicht immer die gleichen Mittel wie die SRG, um Hintergrundsendungen zu produzieren oder grosse Sportwettkämpfe zu übertragen. Da jeder seine eigene Aufgabe hat, sieht die SRG-Konzession vor, dass diese den privaten Schweizer Medien Rohmaterial zur Verfügung stellt.
Die SRG hat übrigens auch nicht unbedingt die Kapazitäten, gleichzeitig über Wahlen in rund achtzig angrenzenden Gemeinden zu berichten, wie es bestimmte lokale Medien tun. Tatsächlich ist es das Zusammenspiel all dieser journalistischen Kräfte, das das Informationsfundament unserer Gesellschaft bildet. Und das uns vor Fake News schützt.
Wir Journalisten aus dem ganzen Land brauchen eine starke SRG, die keinesfalls um die Hälfte ihrer finanziellen Mittel gekürzt werden darf. Denn die Schweiz verdient zuverlässige, unabhängige Informationen, die für die gesamte Bevölkerung zugänglich sind. Denn jede Geschichte verdient es, erzählt zu werden, und darf keinesfalls auf dem Altar angeblicher Sparmassnahmen geopfert werden.
Fabienne Sennhauser und Caroline Gebhard, Co-Präsidentinnen von impressum Schweiz

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