Die ATS berichtet heute, dass die kostenlosen Wochenzeitungen GHI (Genève Home Informations) und Lausanne Cités im kommenden Dezember eingestellt werden, sollte sich kein Käufer finden. Nach Angaben der Agentur, die Kontakt zur Geschäftsleitung der beiden Zeitungen aus der Genferseeregion aufgenommen hat, sind rund 30 Arbeitsplätze gefährdet.
Die Ankündigung des möglichen Wegfalls von GHI und Lausanne Cités ist eine schlechte Nachricht für die gesamte Branche. Der Vorstand der AGJ und von impressum vaud möchte seine Solidarität mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen bekunden, deren Arbeitsplätze nun auf dem Spiel stehen.
„Das GHI ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Genfer Medienlandschaft“, erklärt Valérie Geneux, Vorstandsmitglied der AGJ. „Es wird jede Woche von einem großen Teil der Bevölkerung gelesen und hat es geschafft, eine einzigartige Nähe zu den Genferinnen und Genfern aufzubauen, indem es über das berichtet, was die großen regionalen Zeitungen nicht immer abdecken: das Leben in den Stadtvierteln, Gemeinden und lokalen Vereinen usw. Sein Verschwinden wäre ein erheblicher Verlust für die lokale Berichterstattung in Genf.“
Die AGJ ruft die politischen Entscheidungsträger, die Akteure der Wirtschaft sowie die gesamte Bevölkerung dazu auf, sich zu mobilisieren, um Lösungen zu finden, die es ermöglichen, eine qualitativ hochwertige lokale Berichterstattung zu erhalten. Denn in dieser Geschichte sind die ersten Verlierer immer dieselben: die Leserinnen und Leser, denen der Zugang zu lokalen Informationen vorenthalten wird, die sie direkt betreffen.
„Das Verschwinden von GHI und Lausanne Cités wäre ein regelrechtes Erdbeben für die Westschweizer Presse und ein weiteres Zeichen für die extreme Anfälligkeit der lokalen und regionalen Presse. Hinter diesen beiden historischen Titeln stehen Dutzende von Arbeitsplätzen, die bedroht sind, aber auch ein Teil der lokalen Berichterstattung und der Verbindung zur Bevölkerung, der zu verschwinden droht“, betont Alberto Tikulin, Präsident von impressum vaud. „Wir befürworten Gespräche, damit alle Möglichkeiten ausgelotet werden, um einen Käufer zu finden und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.“
impressum sowie die Waadtländer und Genfer Sektion der Schweizer Journalist*innen stehen den betroffenen Medienfachleuten zur Verfügung. Über diesen konkreten Fall hinaus schwächt sich die gesamte Medienlandschaft der Romandie von Titel zu Titel ab. Diese Häufung von Stellenstreichungen und Redaktionsschliessungen beunruhigt den Berufsverband der Journalist*innen zutiefst. Eine starke und vielfältige Lokalpresse ist eine wesentliche Säule des demokratischen Lebens.