Branchenvereinbarung. Nach mehr als 30 Verhandlungssitzungen gelang es den Schweizer Journalistinnen und Journalisten, vertreten durch impressum und syndicom, zusammen mit dem Verlegerverband (VSM) einen Entwurf für eine Branchenvereinbarung zu formulieren. Impressum bedauert jedoch, dass sich die Parteien auch nach der letzten Verhandlungsrunde in zwei Punkten uneinig blieben. Es handelt sich um die Vergütung der freien Journalistinnen und Journalisten sowie die Bedingungen für das Inkrafttreten der Branchenvereinbarung an sich. Die Delegiertenversammlung hält am Standpunkt der Verhandlungsdelegation von Impressum fest. «Mit Berücksichtigung dieser zwei Punkte ist die Branchenvereinbarung aus unserer Sicht ein guter Kompromiss und ein erster und wichtiger Schritt in die Richtung einer Sozialpartnerschaft», erklärt Fabienne Sennhauser, Co-Präsidentin von impressum. «Nun hoffen wir, dass die Mitglieder des VSM dieses positive Signal für den Journalismus in der Schweiz ebenfalls unterstützen.» Das Ziel bleibe jedoch, einen echten Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu erreichen, der in der Deutschschweiz und im Tessin seit über 20 Jahren fehlt.
Gründung der «Freunde des Journalismus». «Die Unterstützung der Bevölkerung für den Service public und den Journalismus durch die Ablehnung der Halbierungsinitiative bestätigt: Die Bevölkerung legt Wert auf den Zugang zu qualitativ hochwertigen journalistischen Informationen und ist bereit, sich für deren Verteidigung einzusetzen. impressum nimmt dieses klare Signal auf, um seine Unterstützerbasis zu erweitern, indem «Die Freunde des Journalismus» ins Leben gerufen. Damit sollen auch Nicht-Journalistinnen und -Journalisten die Möglichkeit erhalten, impressum sowie die Medienvielfalt und Pressefreiheit zu unterstützen», erklärt Caroline Gebhard, Co-Präsidentin von impressum.
Mitgliedschaft. Der Antrag auf Einführung einer «differenzierten Mitgliedschaft», die weniger kostet und Zugang zu weniger Leistungen bietet, wurde von der Delegiertenversammlung deutlich abgelehnt. «impressum muss für alle Mitglieder einen Rechtsschutz bereitstellen und den Berufsstand gesamthaft verteidigen. Eine Mitgliedschaft zum Discount-Tarif würde die Solidarität unter den Mitgliedern in Frage stellen. Eine Senkung des Mitgliedsbeitrags würde zu einem Rückgang der Einnahmen führen und bedeuten, dass sich unsere Organisation aus bestimmten Themen zurückziehen müsste», argumentierte Caroline Gebhard. «Wir müssen heute in den Journalismus investieren, und nicht umgekehrt!»
Vorstand. Athénaïs Python und Gilles Labarthe treten nach drei bzw. sieben Jahren im Zentralvorstand unter dem Beifall der Versammlung und dem Dank ihrer Kolleginnen und Kollegen für ihr wertvolles Engagement zugunsten des Berufsstandes von ihren Ämtern zurück. Der Zentralvorstand von impressum begrüsst zwei neue Mitglieder, Marie Vuilleumier (Mitglied des Vorstands von Neuenburg) und Etonam Ahianyo (Mitglied des Vorstands vom Wallis). Edgar Bloch und Leo Coray werden für ihr Engagement im Berufsverband zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Debatte und Projekte. Als Gast eingeladen war Bernard Maissen, scheidender Direktor des BAKOM, ergriff das Wort, um mit den Delegierten über die künftigen Herausforderungen der Branche zu sprechen, wobei er auf die Zukunft des Service public, dessen Konzession sowie die Zusammenarbeit mit Albert Röschti in den letzten Jahren einging. «Das BAKOM befasst sich auch mit künstlicher Intelligenz», erklärt der Direktor des BAKOM. Insbesondere auch mit die Frage, wer in der Verantwortung steht, den Einsatz von KI zu regeln.
Im Weiteren informierte impressum über die erneute Teilnahme am Presstival am 23. und 24. Mai in Biel. «Für impressum ist das Presstival ein neuer Ort, an dem die Solidarität zwischen Medienschaffenden zum Ausdruck kommen kann», betont Fabienne Sennhauser. Für Caroline Gebhard entscheidet sich die Zukunft des Berufsstandes «ebenso sehr in Verhandlungen mit den Sozialpartnern und mit der Politik als auch bei festlichen Anlässen, die den Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen und zur breiten Öffentlichkeit ermöglichen».