impressum erinnert an die journalistischen Standesregeln, um jeglichen Missbrauch im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Drama von Crans-Montana zu vermeiden.

Die Sektionen und der Zentralvorstand von impressum erinnern an die Grundprinzipien, die den Beruf leiten und die von der grossen Mehrheit der Fachleute vor Ort in Crans-Montana eingehalten werden. In Zeiten kollektiven Leids muss der Journalismus unter strikter Einhaltung der berufsethischen Regeln ausgeübt werden, welche die Glaubwürdigkeit des Journalismus begründen.

Das Drama in Crans-Montana hat die Schweiz tief erschüttert, aber auch weit über unsere Grenzen hinaus grosse Emotionen ausgelöst. Die Bilder und Informationen zu diesem Ereignis gingen schnell um die Welt und rückten die journalistische Arbeit ins internationale Rampenlicht.

Unsere Gedanken gelten vor allem den Opfern, ihren Angehörigen, den Verletzten und allen Einsatzkräften vor Ort.

In solchen Momenten kollektiven Leids kommt den Journalistinnen und Journalisten eine wichtige Rolle zu. Sorgfältige Berichterstattung, präzise Erläuterungen und die Einordnung der Ereignisse in ihren Kontext sind grundlegende Aufgaben. Diese müssen jedoch unter strikter Einhaltung der berufsethischen Regeln erfolgen.

impressum erinnert daran, dass die Charta der Rechte und Pflichten der Journalistinnen und Journalisten insbesondere Folgendes vorschreibt:

  • die uneingeschränkte Achtung der Würde der Opfer und ihrer Angehörigen,
  • den Schutz der Privatsphäre, insbesondere an sensiblen Orten wie Krankenhäusern,
  • das Verbot jeglicher Täuschung oder falscher Identität, um Informationen zu erhalten,
  • Vorsicht und Zurückhaltung, wenn die Ermittlungen noch laufen,
  • die klare Unterscheidung zwischen feststehenden Tatsachen, Hypothesen und Kommentaren.

impressum reagiert auf die Veröffentlichung von Artikeln in verschiedenen Medien und sozialen Netzwerken, in denen auf Praktiken hingewiesen wird, die diesen Grundsätzen zuwiderlaufen, wie z. B. sich als Krankenhauspersonal oder Familienangehörige auszugeben, um Zugang zu Krankenhäusern oder geschützten Bereichen zu erhalten.

Einige dieser Informationen wurden inzwischen widerlegt, aber der Imageschaden für den Berufsstand bleibt bestehen. Deshalb betont impressum, dass dieses Verhalten inakzeptabel ist und nicht nur den betroffenen Personen, sondern auch der Glaubwürdigkeit des gesamten Berufsstands schadet.

Wir erinnern auch daran, dass das Streben nach Schnelligkeit oder Exklusivität keine belastenden Artikel oder den Rückgriff auf anonyme «Experten» rechtfertigen kann, deren Kompetenzen nicht nachgewiesen sind, während die genauen Umstände des Dramas noch untersucht werden.

Es muss jedoch betont werden, dass die grosse Mehrheit der in Crans-Montana anwesenden Journalisten unter emotional schwierigen Bedingungen professionell, respektvoll und verantwortungsbewusst arbeitet. Wie schon beim tragischen Busunglück in Sierre im Jahr 2012 hat sich der Journalismus insgesamt zurückhaltend und würdevoll verhalten.

impressum ruft alle Redaktionen sowie Schweizer und ausländische Journalistinnen und Journalisten dazu auf, Umsicht, Respekt und berufliche Solidarität zu zeigen. In einem Umfeld, in dem Informationen weltweit sofort verbreitet werden, ist unsere kollektive Verantwortung umso grösser.

Präzisierung – 6.01.2026 14:50 Heute dementiert das Spital von Sion (auf Facebook) die Informationen über unlautere Praktiken von Medienschaffenden im Zusammenhang mit dem Drama von Crans-Montana. impressum nimmt mit Erleichterung zur Kenntnis, dass diese Praktiken nicht stattgefunden haben, hält jedoch an seiner Pressemitteilung mit den untenstehenden Präzisierungen (fett markiert) fest. Da seit mehreren Tagen Artikel zu diesem Thema kursieren, ist der Imageschaden für den Berufsstand real. Unter diesen Umständen erinnert der Berufsverband hier an die Bedeutung der journalistischen Berufsethik.

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